Wir wollen nicht nur der größte, sondern auch der beste Sprengverband der Welt sein. Der neue Präsident im Interview.

Gloria Ammerer im Gespräch mit Mark Ganster, Geschäftsführer der Austin Powder Österreich sowie neu gewählter Präsident des Verbandes der Sprengbefugten Österreichs.

Gloria Ammerer: Mark, was hat dich motiviert, die Rolle des Präsidenten des Verbandes der Sprengbefugten zu übernehmen?

Mark Ganster: Für mich war das vor allem eine Herzensangelegenheit. Wir sind heute schon der größte Sprengverband der Welt – mein Anspruch ist, dass wir auch der Beste werden. Das Potenzial ist da: in der fachlichen Stärke unserer Mitglieder und in den Chancen, die uns die Digitalisierung bietet. Mich reizt es, unsere interne und externe Kommunikation zu modernisieren, digitale Kanäle auszubauen und unsere Branche sichtbarer zu machen.

Gloria Ammerer: Welche Ziele und Visionen hast du für die nächsten Jahre?

Mark Ganster: Ich sehe den Verband als moderne Informations- und Austauschplattform für alle Sprengbefugten in Österreich. Dazu gehört eine digitale Weiterentwicklung unserer Verbandszeitung mit ergänzenden Online- und Multimedia-Inhalten, eine professionelle Präsenz in den sozialen Medien und klar strukturierte Kommunikationswege, damit Informationen schnell und zielgerichtet bei den Mitgliedern ankommen. Wichtig ist mir auch ein digitaler Raum, in dem sich Kolleg:innen vernetzen, voneinander lernen und Erfahrungen teilen können – ohne den persönlichen Kontakt zu ersetzen.

„Wer nicht danach strebt, besser zu werden, hört auf, gut zu sein.“

Unser Leitgedanke dabei ist ganz einfach: „Wer nicht danach strebt, besser zu werden, hört auf, gut zu sein.“ Langfristig möchte ich, dass wir als Verband nicht nur fachliche Standards sichern, sondern auch als Innovationstreiber wahrgenommen werden.

Gloria Ammerer: Welche Schwerpunkte bzw. Projekte möchtest du besonders vorantreiben?

Mark Ganster: Ein Schwerpunkt ist sicher der Ausbau unserer digitalen Informationskanäle. Die Verbandszeitung soll sich Schritt für Schritt zu einer Plattform entwickeln, die neben der Druckausgabe aktuelle Inhalte rasch verfügbar macht – mit Bildern, Videos und weiterführenden Materialien. Parallel dazu wollen wir eine strukturierte Social-Media-Präsenz aufbauen und ein Forum schaffen, in dem Einsatzberichte, Innovationen und Best Practices geteilt werden können.

Und: Unsere Tagungen und Weiterbildungen bleiben das Herzstück des Verbandes. Sie sind essenziell für die Wissensvertiefung, für das soziale Miteinander und für die Weitergabe von Praxiserfahrungen. Diese Präsenzveranstaltungen möchte ich durch digitale Formate ergänzen, damit mehr Mitglieder flexibler teilnehmen können.

Gloria Ammerer: Wie stellst du dir die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern vor?

Mark Ganster: Ein Verband lebt von seinen Mitgliedern – das ist für mich zentral. Ich möchte einfache, transparente Wege schaffen, wie man sich einbringen kann: etwa digitale Kontaktmöglichkeiten, regelmäßige Newsletter und themenspezifische Online-Austauschrunden oder Webinare.

Mir ist wichtig, dass jede und jeder das Gefühl hat: „Ich werde gehört, und ich kann etwas beitragen.“ So können wir den Verband gemeinsam weiterentwickeln.

Gloria Ammerer: Welche Bedeutung misst Du der Sprengtechnik in Österreich im Hinblick auf zukünftige Herausforderungen und Entwicklungen bei?

Mark Ganster: Sprengtechnik bleibt für die Entwicklung unseres Landes unverzichtbar – im Steinbruch, im Tunnel- und Infrastrukturbau, im Bergbau oder bei sicherheitsrelevanten Einsätzen wie dem Lawinensprengen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen ständig: mehr Sicherheit, mehr Effizienz, mehr Präzision und ein wachsender Anspruch an Transparenz und Nachhaltigkeit. Darauf müssen wir mit Ausbildung am neuesten Stand und mit schnellen Wissenswegen reagieren.

„Jeder Sprengbefugte soll am Abend gesund nach Hause zu seinen Liebsten zurückkehren.“

Digitalisierung hilft uns, Erfahrungen besser zu teilen, Standards weiterzuentwickeln und die Qualität unserer Arbeit laufend zu verbessern. Am Ende steht für mich ein ganz einfacher Satz: „Jeder Sprengbefugte soll am Abend gesund nach Hause zu seinen Liebsten zurückkehren.“ Wenn wir dazu als Verband unseren Beitrag leisten, haben wir vieles richtig gemacht.

Gloria Ammerer: Bevor wir zum Schluss kommen, noch ein Blick auf die Person hinter dem Präsidentenamt – schließlich lebt der Verband nicht nur von Strukturen, sondern vor allem von den Menschen, die ihn prägen. Wie verbringst Du am liebsten Deine Freizeit, wenn Du einmal nicht mit Sprengtechnik beschäftigt bist?

Mark Ganster: Wenn ich nicht mit Sprengtechnik beschäftigt bin, zieht es mich hinaus in die Natur – am liebsten in die Berge. Bergsteigen, Jagen und Reisen sind für mich der beste Ausgleich zum Berufsalltag. Und wenn ich daheim bin, stehe ich sehr gern am Griller – gutes Essen, gemeinsame Zeit und ein bisschen Feuer gehören für mich einfach dazu.

Gloria Ammerer: Gibt es ein Buch oder einen Film, der Dich in Deinem beruflichen Werdegang besonders inspiriert hat?

Mark Ganster: Ein Buch, das mich besonders inspiriert hat, ist der Klassiker „Der alte Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway. Mich fasziniert, wie nah Stärke, Verzweiflung und Hingabe beieinanderliegen und wie der Protagonist trotz aller Rückschläge konsequent seinen Weg geht. Diese Mischung aus Durchhaltevermögen und innerer Haltung ist für mich auch im Berufsleben ein wichtiger Bezugspunkt.

Gloria Ammerer: Hast Du ein persönliches Motto oder einen Grundsatz, der Dich begleitet und den Du auch in Deine Arbeit als Präsident einbringen möchtest?

Mark Ganster: Ja, respektvoll handeln, einander auf Augenhöhe begegnen und Wertschätzung leben. Das klingt einfach, ist im Alltag aber alles andere als selbstverständlich und gerade als Präsident ist es mir wichtig, diesen Grundsatz vorzuleben.

 

 

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