KI – mehr als Buzzword im Tagebau

SiteView-OS von abaut verknüpft GPS-Daten mit KI-gestützter Bildanalyse, um Materialflüsse und Maschineneinsätze transparent zu machen und die Wirtschaftlichkeit im Tagebau gezielt zu verbessern.

Die Leistungsfähigkeit eines Tagebaus hängt wesentlich davon ab, wie gut Sprengung, Laden, Transport und Aufbereitung aufeinander abgestimmt sind. Das webbasierte Expertensystem SiteView-OS erfasst operative Abläufe und führt die Informationen auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammen. Im Fokus stehen vier Bereiche: Materialanalyse, Materialfluss und Logistik, Maschineneffizienz sowie Betriebssicherheit. Die vernetzte Betrachtung ermöglicht es, Wechselwirkungen zu erkennen und Optimierungsmaßnahmen an ihrem Nutzen für die gesamte Prozesskette auszurichten.

Bei der Materialanalyse ermittelt das System während des Wegladens die Korngrößenverteilung des Hauwerks. Die Ergebnisse unterstützen eine gezielte Anpassung des Bohr- und Sprengkonzepts an die Anforderungen der nachfolgenden Prozesse. Überkorn wird bereits im Baggerlöffel erkannt und kann vor dem Transport aussortiert werden. Ergänzend überwachen Kameras den Aufgabebunker des Primärbrechers und warnen vor möglichen Blockaden. Die automatisierte Sieblinienanalyse am Förderband liefert zusätzliche Daten zur Abstimmung von Brechern und Sieben.

Automatisch erfasste Beladevorgänge, Schaufel- und LKW-Füllgrade sowie dokumentierte Bestandsveränderungen schaffen Transparenz in Materialfluss und Werkslogistik. Sie reduzieren manuellen Erfassungsaufwand und liefern eine nachvollziehbare Grundlage für Mengenbilanzen und Abrechnungen. Die Analyse von Maschinenaktivitäten unterscheidet produktive Tätigkeiten von Wartezeiten und Leerlauf. Damit lassen sich Engpässe lokalisieren, die Flottenauslastung verbessern und vermeidbare Umläufe sowie der damit verbundene Treibstoffverbrauch reduzieren.

KI-gestützte Personenwarnung und die Überwachung des Werksgeländes außerhalb der Betriebszeiten ergänzen die Prozessoptimierung um Funktionen zum Schutz von Personal und Sachwerten. Die herstellerunabhängige Lösung verbindet damit operative Transparenz mit konkreten wirtschaftlichen Potenzialen: Der Beitrag nennt Einsparmöglichkeiten von 19 bis 24 Cent je Tonne bei Systemkosten von häufig weniger als zwei bis drei Cent je Tonne. Nach den dargestellten Praxiserfahrungen amortisiert sich das System typischerweise innerhalb weniger Monate.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert